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wattenscheiderniederlagen
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was bleibt ist das ticken
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Hänger in St. Pauli.
Lange ist es her; sechs ungeschlagene Spiele in Folge mit drei Siegen. Noch länger, nämlich fast sechzehn Jahre, ist mein bis gestern einziges Mal am Millerntor her. Aber eigentlich war es gestern das erste Mal, denn daß ich dort damals den VfL Dings mit meinem Vater sah, ist mir nicht im Gedächtnis haftengeblieben. Zwei Spiele der Sechserserie werden dafür ins kollektive Gedächtnis der 09-er eingehen. Der 3:0-Sieg bei Hertha (damit ergibt sich eine Differenzn von 7! Toren aus Hin- und Rückspiel, und das bei zwei Auswärtssiegen) und der Sieg in Essen, der frischgekürten europäischen Kulturhauptstadt, was eigentlich nur ein Scherz sein kann. Berlin hätte ich trotz kontinuierlicher Armut beinahe gesehen, doch leider machten mir meine Weisheitszähne, ein Fehler der Evolution, einen Strich durch die Rechnung.
Was mir von Pauli bleibt? Zum Beispiel, daß es dort keinen Deut anders ist, als anderswo. Als Auswärtsfan wird man mit betretener Miene wahrgenommen. Zwar fühlen sich Pauli-Fans immer als die tolerantesten und tollsten der Welt, doch dreisterweise wollen auch sie, daß ihre Mannschaft gewinnt. Und so wird halt der Gegner ausgepfiffen, bei Bedarf auch die eigene Mannschaft. Es werden Karten gefordert und Sprüche gemacht. Kann man ja mit leben, aber dann sollen sie halt nicht immer so tun, als wären sie die nettesten Menschen wo gibt.
Nachdem wir in der Schlußphase in Person von Lars Toborg noch einen Strafstoß verschossen, war die 1:2-Niederlage besiegelt. Doch das wirft uns nicht um, in den letzten Wochen hat die Mannschaft sich im letzten Moment selbst aus dem Sumpf gezogen. Wir spielen noch gegen drei direkte Konkurrenten, in diesen Spielen gilt es zu punkten. Dann ist die Niederlage gestern bei einem Verein, der eigentlich ganz normal ist, aber leider diesen verfickten Kult- und kack Underdogstatus innehat, scheißegal.
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Wenig und noch weniger Hoffnung.
Auch im zweiten spiel unseres König Georg (der erwartungsgemäß von der Wuppertaler Kreß-Sekte gefeiert wurde) gegen seinen Erzfeind, den Sonnenkönih Runge, zogen wir den Kürzeren. Nach der 0:1-Niederlage. Zitate aus dem Wattenscheider Fanforum.
"SCHEISSE, VERDAMMTE! Spiel ist aus..."
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"S C H E I S S E !!!!!!!!!!!!!!!"
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"Der Letzte macht bitte wieder das Licht aus...!"
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"Also als treuer Fan kann man nichts machen, ausser mit würde den Verein wo immer er auch landen wird zu begleiten. Hoffe aber noch auf ein 2. Wunder der Lohrheide. Das kann doch noch nicht das ende sein, der Verein ist doch nichtmal 100 Jahre alt. Aber hoffe das wir noch viele Siege mit Kress sehen werden, ich finde ihn sehr sympatisch als trainer."
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"sehn wirs realistisch und begleiten unsere mannschaft mit würde und einem lächeln in liga 4..."
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"...wir gehen...Ihr hättet es wissen müssen, laßt euch zum Abschied küssen...von überall und nirgendwo, Geschichten enden nunmal so... Ich weiß, ist noch hin bis zum Ende...aber mir fehlt der Glaube. Das ist alles so harmlos und ohne Hoffnung auf Besserung, dass ich nicht weiß, wie sich das ändern soll."
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"Zitat: Aber hoffe das wir noch viele Siege mit Kress sehen werden, ich finde ihn sehr sympatisch als trainer.
och, der weiß doch auch nimma weiter...ist eigentlich ein Punkt erreicht, wo man was anderes machen sollte....."
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"Der ist auch als Mensch sympathisch...keine Frage. Aber auch ein König Georg braucht ein paar Regionalliga taugliche Spieler um den Klassenerhalt zu schaffen...und die hat er nicht...oder nicht genug. Mit nur round about 5 Spielern, die das Zeug für diese Liga haben, kann man den Klassenerhalt nicht schaffen. Leider... "
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"Mit Sympatie zum Trainer gewinnt man auch keine Spiele!Ich würd lieber einen Trainer unsympatisch finden-und die Manschaft punktet!"
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"ein neuer trainer würde überhaupt nichts ändern. unsere einzige chance ist die, daß die spieler in ihrem gemeinsamen entwicklungsprozeß weiter wachsen, zum beispiel jeder über sich hinaus. aber jetzt eine trainerdiskussion... ach, hört doch auf. mit würde untergehen."
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"Ich würde mal so sagen gegen Kiel oder Hertha sind es schon Endspiele! Aber mit solchen Vereinen kann man sich ja eigentlich NICHT messen!! Ich weiß ja nur das Spiel gegen Münster die waren doch noch schlechter als wir(was im Prinzip schon garnicht geht)!!!Wir haben doch noch Spiele gegen Oberhausen,Erfurt,Hamburg,Bremen,Chemnitz und Köln!!! Wenn man Glück hat gewinnen wir VIELLEICHT in kiel wie münster aber nichts des so trotz wird es SUPER schwer!!!LEIDER!!!"
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"Unser Vorstand sollte lieber schleunigst für anfangen für die 4. liga planen,damit es nicht zu irgend welchen versäumnissen kommt!!(Spielerverträge-Sponsoren etc)"
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"Alles für'n Arsch! Zum Glück musste ich nicht weit fahren.... Wenigstens hat heute die Einstellung gestimmt! Aber damit macht man keine Punkte! Die Hoffnung für den Klassenerhalt ist da, aber der Glaube schwindet........................."
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Lampen, Lichter
Nach der 0:3-Heimniederlage gegen Carl Zeiss gestern Abend gingen bei mir allen Lampen an, ich widmete mich Freund Alkohol. Ich weiß eigentlich nur noch, daß ich unterwegs meinen Arzt getroffen habe und daß am Ende alle Lichter ausgingen. Nun kommt eine Überleitung herbei, die nicht nur auf sich selbst hinweist, sondern auch mit einer ziemlich holprigen Metapher schließt: auch die SGW könnte einen "Arzt" gut gebrauchen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, ich geh jetzt brechen oder kacken. Die Lichter sind noch nicht wieder an.
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Das Abstiegsphantom von Wattenscheid.
Business as usual. Deutschland, ein Land von Verlierern, nun ist nach einem Sieg gegen die Leverkusener Amateure auch bei uns wieder Normalität eingekehrt: 0:2 gegen Preußen Münster, einen ultimativen Abstiegskonkurrenten. Zum Grinsen ist mir, im Gegensatz zum kalifornischen Blender, nicht zumute. Abdul ist jetzt in Elversberg, er wird dort nicht glücklich werden. Wir haben jatzt Chrissovalantis Anagnostou, der vor einiger Zeit ein paar Bundesligaspiele für Gladbach absolviert hat. Er nimmt Terras Position im Mittelfeld ein, unser Kapitän ersetzt dafür Abdul im Angriff. Mo Abdulai hat mit einer starken Vorbereitung und einem Tor nach seiner Einwechlung gegen Leverkusen aufhorchen lassen, der Reißer wird er aber wohl auch nicht mehr werden. Mit Baumann wird weiterhin Kindergarten gespielt, er tritt weiterhin in der Verbandsliga an, ohne aufzumucken. Münster hat sich verstärkt und ist mit neun Punkten aus drei Spielen mittlerweile an uns vorbeigezogen. Das hört sich alles nicht gut an. Eine kleine Analyse: Die bayern haben ein Phantom. Nürnberg hat das sogenannte Tor-Phantom. Na und, wir haben auch unser Phantom. Das Problem dabei ist nur: unser Phantom ist nicht auf dem Platz aktiv, sondern im Forum. Mittlerweile ist es wohl schon fast Legende: vor einiger Zeit war es plötzlich da, kritisierte die Vereinsführung wo es nur konnte, sagte, das könne man alles besser machen, bei 09 habe sich seit Steilmann überhaupt nichts geändert, die Vereinsführung sei ein unmotiviertes Gemisch aus Unfähigkeit, Vetternwirtschaft und Gleichgültigkeit. Dabei bediente er sich stets einer Polemik, die ihresgleichen sucht und darauf schließen läßt, daß er als Kind zuviel Nietzsche gelesen hat.
Seine Hoffnung trug einen Namen: nicht etwa Micha Joswig, sondern einen seiner Vorgänger im Wattenscheider Tor, Christoph Jacob. Auch dieser benutzte für seinen angestrebten Putsch das Forum, in dem er jeden Beitrag mit den Worten "Erfolg ist die Summe richtiger Entscheidungen" schloß. Dabei gelten deterministische Modelle in den Wirtschaftswissenschaften längst als überholt. Jacob jedenfalls hatte studiert und ungefragt angekündigt, als Messias nach Wattenscheid zurückzukehren zu wollen. Nach wochenlanger Aufruhr einigte man sich darauf, daß die studierte Fönfrisur demnächst sein Konzept als Online-Präsentation vorlegen werde, dann könne man ja schließlich mal sehen, worüber man sich gerade die Köpfe einschlägt. Daraufhin wurde es ruhig um das Messias-Doppel; das Forum gehörte wieder Leuten, die sich normal miteinander unterhalten können.
Als ich einige Monate später wie eigentlich fast jeden Tag im Forum vorbeischaute, war dort ein neuer User vertreten, nichts ungewöhnliches. Was mich aber erstaunte war, daß dieser als "Frauenversteher" getarnte Siegertyp bereits über 20 Posts verzeichnen konnte. Schon bald war klar: Phantom is back. Und seither, was soll ich erzählen, wird wieder geschimpft, gepöbelt und gelabert, was das Zeug hält. Die kleinste Kritik, ein zarter hauch von Provokation reicht aus, schon hat man eine seitenlange Stellungnahme, persönliche Attacken inklusive. Zwar behauptet das Ex-Phantom, nicht der Messias zu sein, nach dem wir alle rufen; ich kann mir aber ohne Probleme ausmalen, wie er kurz vorm Orgasmus ist, wenn ihm ausnahmsweise mal jemand zustimmt. Und daß man ihm eigentlich mehr Beachtung schenken sollte, merkt man zum Beispiel daran, der er sein Gehalt in den letzen Jahren immerhin auf stolze 3000 Euro steigern konnte. Noch müssen wir auf seine Geschicke verzichten, denn er fühlt sich noch nicht bereit. In fünf Jahren, so hofft er, wird er erster Diener des Vereins werden können.
Der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere war ein extremer Fight mit unserem Lokalbarden Lenni, der sich innerhalb kürzester zeit auf alle Threads ausweitete. Worum es ging, weiß ich nicht mehr, jedenfalls war es ein Kampf zweier etwa gleichstarker Konkurrenten in dem sich beide Seiten über Tage hinweg keinen Millimeter schenkten. Wenn sich unsere Elf auf dem Platz an diesem Einsatz ein Beispiel nehmen würde, dann wären wir jetzt - trotz spielerischer Qualitätsengpässe - nicht auf einem Abstiegsplatz. Wobei der kämpferische Einsatz in den bisherigen zwei Saisonspielen dieses Jahres ja durchaus in Ordnung gewesen sein soll. Doch nun ist es erstmal wieder ruhig geworden um den Mann, der jede Frau "versteht". Und während die Kassierer eine Fanhymne für unser aller Liebe aufgenommen haben ist unser Messias, der kein Messias sein will, wahrscheinlich auf der Suche nach neuer Munition. Tja, Freunde der Sonne und des Abstiegsgespents, so sieht es aus. Ich weiß nicht, was mir mehr Angst macht: unser Phantom oder unsere Situation.
Andererseits: das Müchener Phantom ist längst in der Versenkung (und zeitweise gar auf der Ersatzbank) verschwunden, das Nürnberger Tor-Phantom außer Gefecht. Trotzdem haben beide Vereine die realistische Chance, ihr Saisonziel zu erreichen. Warum also sollten nicht auch wir schon bald wieder gegen die Preußen spielen? Wir brauchen kein Phantom auf dem Platz, wir brauchen dort elf schwarz-weiße Herzen!
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